The State of Twitter – Ein Kommentar

Twitter. 140 Zeichen zu allem und jedem, einfach so geteilt mit der Welt. Es gibt keine Klarnamenpflicht, keine Zensur (zumindest in den meisten Ländern) – aber anscheinend können viele Menschen mit so einer Freiheit nicht umgehen.

In der jüngsten Zeit häufen sich, zumindest meinem Gefühl nach, die Fälle in denen Menschen via Twitter beleidigt, terrorisiert und bedroht werden. Angefangen bei der Sexismus Diskussion rund um Sascha Pallenberg und Frau Dingens, die sich sogardazu gezwungen fühlte ihren Account zu löschen.

Und das war leider kein Einzelfall. Nach dem Tod von Robin Williams wurde seine Tochter ebenfalls so sehr belästigt, dass sie ihren Account zumindest für eine Weile deaktivieren will.

Sie veröffentlichte den folgenden Tweet:

Kurze Zeit später traf es Christy Mack, eine Pornodarstellerin, die von ihrem Partner, einem MMA Kämpfer mit dem Namen WarMachine, ins Krankenhaus geprügelt wurde. Eine gebrochene Nase, 18 gebrochene Knochen, Verletzungen an der Leber, mehrere abgebrochene Zähne und eine gebrochene Rippe inklusive einiger Prellungen und Blutergüsse sind die Bilanz des Angriffs.

Auch sie erhielt Tweets, die alles andere als produktiv waren.

Eine Auswahl der harmloseren Beiträge:

Es gab aber auch Beiträge wie diesen:

„Keine Frau verdient so etwas. Nicht mal eine Pornodarstellerin“ – Klingt im ersten Moment gut, bekommt aber schnell einen Beigeschmack. „Nicht mal.“ Also wird Christy, die gerade im Krankenhaus liegt und versucht sich zu erholen, auch in einem anscheinend positiv gemeinten Beitrag degradiert.

Und genau solche Fälle zeigen recht gut, was im Moment falsch läuft. Viele Nutzer denken zu wenig darüber nach, wie ihre Beiträge, Kommentare oder Tweets gelesen werden. Eine ähnliche Kommentarkultur kennt man von YouTube. Nun hält sie anscheinend auch in anderen Netzwerken Einzug. Die Anonymität tut ihr übriges, um Menschen zu ermutigen ihre Hasstiraden, Beleidigungen und Bedrohungen in die Welt hinaus zu schreien.

Das ist ein Zustand, den man so nicht akzeptieren kann. Menschen, die verwundbar sind, werden zusätzlich aktiv durch Nutzer soweit getrieben, dass sie selbst nur noch eine Löschung oder Deaktivierung ihres Accounts als Ausweg sehen.
Leider gibt es aber auch wenig Wege, etwas zu unternehmen. Twitter selbst biete nur die Möglichkeit Nutzer zu blockieren. Das hilft aber erst dann, wenn es schon zu spät ist. Viel wichtiger wäre es, einen Ansatz zu finden um eskalierende Diskussionen entsprechend zu reporten und zum Beispiel die Möglichkeit, Mentions und Dms für eine Weile komplett abzustellen.

Und während ich eigentlich gegen Onlinepranger bin, würde ich es in solchen Fällen tatsächlich begrüßen, zum Gegenangriff überzugehen und die betreffenden Nutzer selbst mit Message zu bombardieren. natürlich ohne beleidigende oder bedrohende Inhalte.

Und zu guter Letzt: Wenn ihr im eigenen Followerkreis jemanden seht, der durch Kommentare, egal auf welcher Plattform angegriffen wird, bietet eure Unterstützung an. Im persönlichen Gespräch, denn solche Aktionen können einen Menschen sehr schwer treffen und verletzten, und je nach Persönlichkeit erholt man sich nicht so schnell davon.

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